Die Frage für diese Lupe ist immer: Wo lernen Schüler am besten? Dabei geht es nicht zwangsweise um einen bestimmten Ort, an dem Schüler die ganze Zeit sitzen. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann natürlich der Lehrer bestimmen, wo eine bestimmte Aufgabe gemacht wird. Es wäre allerdings auch möglich, dem Schüler selbst die Wahl zu überlassen. Auch durch die Aufgabenstellung selbst, kann natürlich schon feststehen, wo wahrscheinlich das Lernen stattfindet. Das diese Entscheidungen einen großen Einfluss auf das didaktische Setting haben können, wird beim Flipped Classroom klar.

Beim Flipped Classroom ist der Ort entscheidend

Beim Flipped Classroom werden die Örtlichkeiten sozusagen getauscht. So findet die Vorbereitung und der „Frontalunterricht“ zu Hause statt. Dies wird z.B. durch Erklärvideos möglich. Diese schauen die Schüler zu Hause an und kommen so möglichst mit Fragen in den Unterricht zurück. Die Zeit im Unterricht, bei der der Lehrer nun helfen kann, wird also durch gezieltes Nachfragen der Schüler und durch Hilfestellungen wesentlich effizienter genutzt. Diese Verbesserung ist also durch einen einfachen Ortswechsel ermöglicht worden.

Das Schulhaus - ein Ort für individuelles Lernen?

Logisch dürfte es sein, dass Schüler dort am Besten Lernen, wo sie sich wohlfühlen. Das ist für jeden Schüler natürlich individuell. Daher dürfte das in gleichförmigen Klassenzimmern wohl eher nicht der Fall sein. Eine Schule, in der ein Schüler sich frei bewegen kann und seine Lernorte selbst wählen kann, wäre dabei auch näher  am Open-World-Prinzip. Auch hier muss der Schüler natürlich für bestimmte Unterrichtseinheiten in uniforme Klassenzimmer. Für seine eigene Lernzeit (die er durch Erklärvideos oder kollaborativ oder andere Hilfsmittel, immer mehr ohne Lehrer lösen kann) wählt er aber seinen eigenen Platz, an dem er arbeitet. Dieses Prinzip kommt zum Teil aus der Reformpädagogik und wird auch schon mehr und mehr umgesetzt. Beispiel hierfür sind offene Lernräume, Marktplätze oder eigene Arbeitsplätze (z.B. mit eigenen Stühlen/Gymnastikbällen). Dies kann noch ergänzt werden mit funktionellen Lernräumen. Auch die gibt es zum Teil schon, sollten aber von den Schülern selbst besucht (und mitgestaltet) werden können: Computerräume, Werkräume, Computerräume, Greenscreen-Räume, Sporthallen, Bibliotheken, Tableträume, Spielecken, …

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Ein höhenverstellbarer Stuhl für die Schule ist auch nicht billiger, als ein individueller Stuhl zu Hause.

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Ein Gymnastikball unterstützt die Wirbelsäule und verhindert das „Rumlümmeln“. Aktives Sitzen ist damit kein Problem mehr.

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Ein komplettes GreenScreen Studio kostet heutzutage kein Vermögen mehr und ermöglicht kreative Medienprodukte.

Realistisch?

Der Ort muss nicht zwangsweise neu gebaut werden. Wie ich oben erwähnt habe, gibt es schon viele verschiedene Lernräume innerhalb einer Schule. Was sich dahingehend ändern muss ist das Mindset, Schüler als wissbegierige, forschende, neugierige Menschen zu sehen, die etwas Lernen wollen. Damit das realistisch wird, reicht es allerdings nicht, ihnen einfach zu sagen, sie sollen sich frei im Schulhaus bewegen und lernen. Dies muss massiv unterstützt werden, durch eine Lernumgebung die anregend ist und kreatives, wertschätzendes Arbeiten zulässt. Um so eine Lernumgebung zu beschreiben, reicht dieser Artikel natürlich nicht und ist für eine staatliche Schule wohl so auch nicht denkbar. Ich berichte hier aber auch von einer „Gameducation-Vision“ weshalb diese sich eben von einer normalen Schulen unterscheidet. Was aber durchaus möglich ist, ist das Prinzip des „Flipped classroom“ das mittlerweile schon mehrfach getestet und umgesetzt wurde. Darüber nachzudenken, kann sich daher durchaus schon lohnen!

Erfahrungen gestalten

Spiel- und Lernerfahrungen haben mehr gemeinsam als man denkt. Meine Anregungen zum Gamedesign habe ich u.a. aus diesem tollen und ausführlichen Buch. Mit einem Klick darauf, kannst du es dir auch selbst kaufen und dir selbst Gedanken dazu machen. Damit unterstützt du mich, ohne dass es dich zusätzlich etwas kostet.

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